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Samstag, 7. April 2012
Was er eigentlich sagen wollte
mehr-gedichte,
11:48
Das hat man ja schon lange nicht mehr erlebt, dass ein Gedicht so viel Staub aufwirbelt. Ich glaub, das letzte Mal war bei Erich Fried. Günter Grass' Gedicht ist eher prosaischer Natur. Eine Meinungsäußerung mit Zeilenschaltung, könnte man bösartigerweise sagen. Was er eigentlich sagen wollte, ist schon oft gesagt worden und man kann es mit den Mitteln der Lyrik sagen: Gewalt erzeugt Gegengewalt.
... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Sonntag, 26. Februar 2012
Fernsehn tun wir gern sehn 2
mehr-gedichte,
09:18
Letztes Jahr im November hatte ich mich nach Fernsehgedichten umgeschaut. Die Ausbeute war mager. Nun gibt es aber ordentlich Nachwuchs. Eine der großen Gedichtsammlungen im Internet hat eine Seite mit Mediengedichten zusammengestellt: Eine Mischung von altem Zeug (Claudius, Karl Kraus) und neuen Gedichten. Selbst die unselige GEZ findet Erwähnung.
... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Dienstag, 7. Februar 2012
Va, Va, Valentin
mehr-gedichte,
14:40
In einer Woche ist es soweit: Der Einzelhandel feiert Valentinstag und gibt daher allen Angestellten frei oder so ähnlich. Wer hingegen beim Valentinstag an die Liebste oder den Liebsten denkt, könnte vielleicht ein Liebesgedicht brauchen. Mehr als 600 Liebesgedichte gibt's bei Gedichte für alle Fälle. Muss man zum Glück nicht alle lesen. Die Sammlung ist nach Fällen sortiert, also z.B. Gedichte an geliebte Männer, Liebeserklärungen, Liebesgrüße, Sehnsucht usw. Zwei bis drei Nummern kleiner ist www.kurz-liebesgedichte.de. Da hat's dafür auch nur kurze Liebesgedichte, was ja heutzutage eher in die Zeit passt. Mein Valentinstagsfavorit ist folgendes Gedicht, das auf privaten Seiten mit Autoren- und Quellenangabe frei verwendbar ist:
Hans Retep - Die allerschönste Falle Du bist die allerschönste Falle seit man erfand die Venusfliegen. Ich hab vielleicht sie nicht mehr alle, doch du darfst gern mich ganz besiegen. Quelle: www.hans-retep-gedichte.de/liebesgedichte.php ... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Samstag, 21. Januar 2012
Umarmung
mehr-gedichte,
09:13
Nachdem die besinnliche Zeit Gechichte ist, hat man endlich Zeit für Besinnliches. Dafür habe ich etwas von Tucholsky ausgegraben, der eher nicht im Ruf steht, Besinnliches geliefert zu haben. Doch er konnte auch anders:
Kurt Tucholsky - Augen in der Großstadt Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen: da zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter: Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider – Was war das? vielleicht dein Lebensglück ... vorbei, verweht, nie wieder. Du gehst dein Leben lang auf tausend Straßen; du siehst auf deinem Gang, die dich vergaßen. Ein Auge winkt, die Seele klingt; du hasts gefunden, nur für Sekunden ... Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider; Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück ... Vorbei, verweht, nie wieder. Du musst auf deinem Gang durch Städte wandern; siehst einen Pulsschlag lang den fremden Andern. Es kann ein Feind sein, es kann ein Freund sein, es kann im Kampfe dein Genosse sein. Es sieht hinüber und zieht vorüber ... Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, die Braue, Pupillen, die Lider. Was war das? Von der großen Menschheit ein Stück! Vorbei, verweht, nie wieder. Und falls es jemandem auch so geht, dass er an diesem tristen Januartag vom Weltschmerz überfallen wird: Heute ist National Hug Day. Eine Umarmung hilft bestimmt. ... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Montag, 9. Januar 2012
Liberale im Wandel der Zeiten
mehr-gedichte,
18:44
Im November brachte ich hier ein Gedicht aus dem 19. Jahrhundert, das sehr schön auf die Eurokrise passte. Der Schockwellenreiter hat etwas ausgegraben, das immer noch für Liberalen passt. Sage also bitte keiner mehr, Gedichte seien nicht zeitgemäß.
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Rechtzeitig zum Fest: Kragen geplatzt
mehr-gedichte,
08:42
Da scheint jemandem ganz ordentlich der Kragen geplatzt zu sein, aber er nimmt's mit Humor: Föhliches Kopieren allerseits. Am Beispiel eines kopierten Wintergedichts führt Hans Retep vor, wie man Urheber, die auf ihre Rechte pochen, in den Wahnsinn treibt. "Verlangen Sie einen Totenschein", ist einer der makabren Tipps des Artikels. Grund: Gedichte von Dichtern, die mindestens 70 Jahre tot sind, werden als gemeinfrei betrachtet. Soll der Urheber also erstmal beweisen, dass er noch nicht so lange tot ist. Schön!
... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Freitag, 9. Dezember 2011
Weihnachtliches
mehr-gedichte,
16:19
Dezember ist fast schon wieder rum und ich hab noch gar nichts Weihnachtliches hier gebracht. Diese zu Himmel schreiende Nachlässigkeit mache ich sofort gut:
Oh scheiß, schon wieder Weihnachten, Am Himmel Wolkenjagd, bleifarb'ge Helle, Tuet ab das Geizgewand, Markt und Kauf-Land füllen Kassen, es friert die armut Keines Baumes Gefunkel, keines Traumes Gefunkel. Keine Kohle, kein Licht ... im Zimmereck O Tannenbaum, o Tannenbaum - sechs Zweiglein sind dein Alles. Der Heiland ist noch nicht erstanden, Der in die Welt die Freiheit bringt. Drauf der Nikolaus ist wutentbrannt, reißt den Bart ab, nimmt die Rut zur Hand, O brülle mich du Kehlige Wer zu viel gefressen, platzt nach dem Festessen. Das war eine Collage aus den Gedichten auf der Seite Kritisches zu Weihnachten bei 'Gedichte für alle Fälle'. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit. ... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Montag, 28. November 2011
Ein Romantiker über die Eurokrise
mehr-gedichte,
08:57
Manchmal haut's einen echt vom Stühlchen, wenn man liest, was die alten Herren geschrieben haben. Achim von Arnim (1781-1831), ein Vorzeigeromatiker, hat glatt einen Text zur Eurokrise verfasst:
Der Welt Herr Morgenstund hat Gold im Munde, Denn da kommt die Börsenzeit Und mit ihr die süße Kunde, Die des Kaufmanns Herz erfreut: Was er abends spekulieret Hat den Kurs heut regulieret. Eilend ziehen die Kuriere Mit dem kleinen Kursbericht, Dass er diese Welt regiere, Von der andern weiß ich’s nicht: Zitternd sehn ihn Potentaten, Und es bricht das Herz der Staaten. Man ersetze Potentaten durch Demokraten, den Kaufmann durch den Banker, und schon passt's. Nun zappeln sie wieder an der Hand des Geldes. Mehr zur Romantik gibt's bei Walter Pohl. Wer gleich die Romantik in der Romantik sucht, wird bei www.liebesgedichte-romantik.de bedient. ... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Dienstag, 22. November 2011
Zukunft!
mehr-gedichte,
08:41
Ja, ja - jeder braucht sie, jeder will sie haben, aber wenn man morgens aufsteht, weiß man nicht mal was der Tag bringt. Das ist jetzt vorbei: Das Weisheitszahnorakel sagt jedem, der es hören will, wie sein Tag wird. Man gebe ein: Name und Geburtsdatum, lasse sich vom Orakel ein wenig anmotzen von wegen der Störung und voilà: "Waldspaziergang - / in der Tasche / kein Geld". So sieht's aus für mich heute. Und wenn mir das zu orakelös ist, kann ich mir mit drei Deutungsvarianten über die Straße helfen lassen. Die erste z.B. "Rezept des Tages: Sorglos genießen." nehm ich sofort.
Die Verbindung zur Lyrik beim Weisheitszahnorakel besteht darin, dass es sich bei seinen Sprüchen auf die japanische Haikutradition beruft. Haiku sind Dreizeiler, die mittels Bildern aus der Natur beim Leser Assoziationen freisetzen wollen. In der Gebrauchsanleitung des Orakels gibt's einen passenden Haikulink, wo alles einigermaßen verständlich erklärt wird. ... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren Mittwoch, 16. November 2011
Buß- und Bettag
mehr-gedichte,
09:13
Das war einmal ein Feiertag, eine letzte Chance zur Besinnung zu kommen bevor die Weihnachtsraserei losgeht. Jetzt gibt es den Buß- und Bettag nur noch in Sachsen. In Bayern ist immerhin schulfrei. Nun hab ich mit solchen christlichen Feiertagen genauso wenig am Hut wie die meisten anderen, aber ein schönes Gedicht dazu lass ich mir trotzdem gefallen:
Gottfried Kinkel - Ein geistlich Abendlied Es ist so still geworden, Verrauscht des Abends Wehn; Nun hört man allerorten Der Engel Füße gehn, Rings in die Tale senket Sich Finsternis mit Macht – Wirf ab, Herz, was dich kränket Und was dir bange macht! Es ruht die Welt im Schweigen, Ihr Tosen ist vorbei; Stumm ihrer Freude Reigen Und stumm ihr Schmerzenschrei. Hat Rosen sie geschenket, Hat Dornen sie gebracht – Wirf ab, Herz, was dich kränket Und was dir bange macht! Und hast du heut gefehlet, O schaue nicht zurück; Empfinde dich beseelet Von freier Gnade Glück! Auch des Verirrten denket Der Hirt auf hoher Wacht – Wirf ab, Herz, was dich kränket Und was dir bange macht! Nun stehn im Himmelskreise Die Stern in Majestät: In gleichem festem Gleise Der goldne Wagen geht. Und gleich den Sternen lenket Er deinen Weg durch Nacht – Wirf ab, Herz, was dich kränket Und was dir bange macht! ... Verknüpfung (0 Kommentare) ... Kommentieren ... Nächste Seite
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Kommentare
Ich hätt ja auch noch
gern ein Blog, wo eigene Gedichte und Aphorismen, trollig...
Aphorismus, vor 194 Tagen
Danke ... für den Willkommensgruß.
Mal schauen, wo die Reise hingeht. Bis jetzt häng ich...
mehr-gedichte, vor 237 Tagen
wie schön! ein neues blog
auf antville. viel spass und viel erfolg!
PST, vor 238 Tagen
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